Die Geschichte des Museums

befindet sich gerade im Aufbau. Wir bitten um etwas Geduld und werden sie täglich weiter gestalten.

Das, was kein Kaufinteressent wollte, wurde für uns zum Glücksfall: ein eigenes Grundstück mit großem Haus und eine weiteres noch größeres Gebäude als Tischlerwerkstatt nebendran, verbunden mit einem großzügigen Carport davor. Hier wollten wir zukünftig leben und in der Tischlerei konnten unsere bis zu 30 alten BMW Motorräder ein gemeinsames Heim finden.

Die Tischlerwerkstatt war allerdings in den etwa 60 Jahren ihres aktiven Bestehens ziemlich heruntergerockt und hatte in der sich anschließenden Dekade nur noch als Abstelllager gedient. 

Juni 2024

Bevor hier die Maschinen ihren endgültigen Platz bekommen sollten, mussten wir erst die Ärmel hochkrempeln und viel Arbeit, Schweiß und vor allem Geld investieren. Die Hallendecke bestand zum Teil aus Faser- oder Sperrholzplatten, die sich hier und da bereits lösten und empfindliche Wasserschäden aufwiesen. Die Wände waren unansehnlich und vom Tischlereistaub der Jahrzehnte verdreckt, und der hässliche Betonfußboden ging im hinteren Viertel der Halle in einen Dielenboden des späteren Erweiterungsanbaus über, der sich bereits bedenklich gesenkt hatte und dessen marode Dielen zum Teil flächig mit Sperrholzplatten belegt waren, um einem Durchbrechen vorzubeugen. Das alles musste erneuert werden.

Im Juli 2024 begannen die Arbeiten. Während in der vorderen Hälfte der Werkstatthalle ein Großteil der Motorräder Unterschlupf neben einer Vielzahl noch ungeöffneter Umzugskisten gefunden hatten,  konzentrierten wir uns zuerst auf die hinteren Hälfte der alten Werkstatt.

Was hier vorerst an Motorrädern eingestellt worden war, wurde raus in den Garten gerollt und unterwasserdichten Wetterschutzplanen in Sicherheit gebracht.

Dann mussten Trennwände aus Pressspanplatten entfernt und entsorgt werden.

Die drei alten Hobelbänke der Tischlerei kamen für eine spätere Nutzung vorübergehend raus ins Carport. Hier hinten in der Halle brauchten wir den ganzen Platz.

Als wir die flächig den Dielenboden abdeckenden Sperrholzplatten entfernten, wurde erst das ganze Ausmaß des durch die Feuchtigkeit des jahrelangen Möbellackierens eingetretenen Schadens richtig deutlich. Die Dielenbretter waren teilweise derart marode geworden, dass ich beim Entfernen der Sperrholzplatten allein siebenmal durch den Fußboden durchbrach. Hier standen Arbeiten an, die wir nicht alleine würden bewältigen können.

Unser Schwiegersohn im benachbarten Gehlenbeck hatte eine großen Freundeskreis insbesondere auch aus der Gemeinde der nach der Wende heimgekehrten Russlanddeutschen. In dieser sympathischen und fleißigen Truppe fanden sich drei Brüder und ihr Schwager, die sich für unsere Idee eines Motorrad-Museums begeisterten und unbedingt gerne helfen wollten. Mit ihrer Unterstützung und ihren Fachkenntnissen ging es nun ans Werk. Die Dielenbretter im durchgefaulten Bereich wurden herausgerissen. Was da dann zum Vorschein kam, ließ uns gruseln. Auch die alten Eichenbalken, die ebenso wie die beiden sie stützenden und auf fünf Mauerpfosten aufliegenden eichenen Trägerbalken, die, bevor sie vor 60 Jahren hier ihre Aufgabe erhielten, schon ein, zwei Jahrhunderte eine alte Bauernscheune gestützt hatten, waren durch Bodenfeuchtigkeit ebenfalls total verrottet und mussten erneuert werden.

Also rissen wir auch die übrigen Dielenbretter heraus und legten die gesamte alte Unterkonstruktion frei.

Immerhin konnten wir die alten Dielenbretter noch klein sägen, um damit im kommenden Winter die Werkstatthalle zu befeuern.

Eine vermeintliche eiserne Werkbank, die am Hallenende zwischen den Fenstern stand wurde zum nächsten Problem. Wir konnten sie nicht einfach nach vorne ziehen und irgendwo anders aufstellen, weil es gar keine Werkbank war. Es war vielmehr ein sogenannter Wärmetisch zum Erwärmen von Furnieren und Knochenleim oder zur rascheren Trocknung von Lacken und Schellack, der mit zwei Rohranschlüssen fester Bestandteil des Heizungssystems war.

Und der Wärmetisch hatte es in sich. Solch ein Tisch musste enorme Lasten und mechanische Beanspruchung aushalten. Deshalb besteht er aus Stahl mit einem massiven Untergestell aus wuchtigem dunkelgrauen Gusseisen. Solche Tische haben ein Gewicht von ca. 150 bis 200 kg. Ihn zu bewegen war ein echtes Problem. Um ihn von den Heizungsrohren lösen zu können, musste er mit einer extra montierten Galgenwinde gehalten werden, ehe die Schraubmuffen aufgedreht werden konnten.

Jetzt wurde der schwere Wärmetisch über die alte morsche Balkenkonstruktion heraus auf die Betonfläche des vorderen Hallenbereichs gewuchtet.

Als nächstes kamen alle alten Trägerbalken raus. Optisch waren sie nach nach mindestens 200 Jahren Eichenwachstum, bevor sie geschlagen und zugesägt verarbeitet werden konnten und nach weiteren wohl 200 Jahren als Fachwerkbalken sowie nach 60 Jahren als Träger des Dielenbodens noch sehr schön und rustikal anzusehen. Doch im Zustand waren sie bereits derart verrottet, dass sie nicht einmal mehr als Dekoration hätten weiter verwendet werden können.

Nach vielleicht 500 Jahren ihres Daseins sollte auch diesem alten Eichenholz sein letzter Gang nicht erspart bleiben. Die Balken wurden mit der Kettensäge auf Kaminholzlänge gebracht und für den Winter eingelagert.

Immerhin, ein einziger Balken ließ sich dann doch noch retten. Mit der Schruppscheibe wurde er von losem Mulm befreit und mit Holzlasur optisch aufgewertet. Er sollte später neben dem Eingang zur geplanten Werkstatt dekorativ den Eindruck vermitteln, er hätte dort eine echte Stützfunktion.

Doch zuerst musste die Unterkonstruktion des neuen Fußbodens vorbereitet werden. Nachdem die Balken abgetragen waren, wurde deutlich, dass auch die aus dem Boden und durchs Mauerwerk aufgestiegene Feuchtigkeit massiv zur Zersetzung der Balken und der Bodendielen beigetragen hatte.

Die Grundmauern mussten als erstes gegen von außen eindringende Feuchtigkeit isoliert werden.

Als nächstes mussten wir dafür sorgen, dass keine Feuchtigkeit mehr durch das Mauerwerk hochziehen konnte. Dazu wurden in Höhe der Balkenauflage im Abstand von je 15 cm tiefe Löcher ins Mauerwerk gebohrt, um dort sogenannte Horizontalsperren-Sticks einzusetzen, deren Inhalt ringsum ins Mauerwerk eindringt und die Feuchtigkeit zurückhält.

Zum Stützen der neuen Längsbalken, die dann den kommenden Fußboden halten sollten, wollten wir keinen sündhaft teuren dicken Querbalken mehr verwenden, sondern stattdessen über den kurzen alten Mauerpfeilern hinweg ein komplettes Streifenfundament gießen. Dazu wurde erst ein Schotterbett unter das geplante Streifenfundament geschüttet und dann ein entsprechendes Moniereisenskelett vorbereitet.

Die Schalung wurde gefertigt und eingesetzt und eine Betonmischmaschine in die Grube hineingewuchtet. Nun konnte das Streifenfundament gegossen werden.